Redaktion Wintergarten Bamberg · Inhaltlich geprüft · Zuletzt aktualisiert: 15.10.2026
Kurz gesagt: Die Wohnflächenverordnung rechnet den Wintergarten zur Wohnfläche – welcher Anteil zählt, entscheiden zwei Fragen. Ist er beheizbar, wird er wie ein normaler Raum gerechnet: ab zwei Metern lichter Höhe voll, zwischen einem und zwei Metern zur Hälfte. Ist er unbeheizbar, zählt seine Grundfläche nach § 4 Nr. 3 WoFlV zur Hälfte. Diese Regeln gelten in Bamberg genauso wie überall in Deutschland.
Wintergarten und Wohnfläche: die kurze Antwort
Viele Eigentümer in Bamberg fragen sich, ob ihr neuer Glasraum die Wohnung offiziell größer macht. Die Antwort steht in einer Bundesverordnung, die für jedes Haus gleich gilt – vom Siedlungshaus in der Gartenstadt bis zum Neubau am Bruderwald. Sie unterscheidet nicht nach Bauform oder Material, sondern nach Wärme und Raumhöhe.
Schon § 2 Abs. 2 WoFlV stellt klar, dass Wintergärten und ähnliche, nach allen Seiten geschlossene Räume zur Wohnfläche gehören, sofern sie ausschließlich zur Wohnung gehören. Offen ist dann nur noch der Anteil – und den regelt § 4.
Für die Praxis heißt das: Wer einen Glasraum plant, sollte früh wissen, ob er beheizbar ausgeführt wird und wie hoch er an der niedrigsten Stelle ist. Mit diesen beiden Angaben lässt sich die rechnerische Fläche schon vor dem Bau abschätzen – noch bevor eine Wand steht.
Was § 4 WoFlV regelt: vier Stufen der Anrechnung
Die Vorschrift legt fest, mit welchem Anteil Grundflächen auf die Wohnfläche angerechnet werden (Quelle: gesetze-im-internet.de, § 4 WoFlV):
| § 4 | Flächenart | Anteil |
|---|---|---|
| Nr. 1 | Räume und Raumteile mit mindestens 2 m lichter Höhe | vollständig |
| Nr. 2 | Räume und Raumteile mit mindestens 1 m und weniger als 2 m lichter Höhe | zur Hälfte |
| Nr. 3 | Unbeheizbare Wintergärten, Schwimmbäder und ähnliche, nach allen Seiten geschlossene Räume | zur Hälfte |
| Nr. 4 | Balkone, Loggien, Dachgärten und Terrassen | in der Regel zu einem Viertel, höchstens zur Hälfte |
Für den Wintergarten sind vor allem Nr. 1 bis 3 wichtig. Nr. 4 kommt ins Spiel, wenn man vergleicht, was die Fläche vorher als Terrasse und nachher als Glasraum zählt.
Beheizbar oder unbeheizbar: der entscheidende Unterschied
Die Verordnung verwendet das Wort unbeheizbar. Es kommt also auf die Möglichkeit an, den Raum zu heizen, nicht auf Ihr tatsächliches Heizverhalten. Zusammengefasst ergibt sich:
- Unbeheizbar: 50 % (§ 4 Nr. 3 WoFlV, unbeheizbare Wintergärten).
- Beheizbar: 100 % (allgemeine Raumregel der WoFlV bei ≥ 2 m lichter Höhe, wie bei Wohnwintergärten praktisch immer gegeben).
Ein Kaltwintergarten ohne eigene Wärmequelle fällt damit typischerweise unter die Hälfte-Regel. Ein Wohnwintergarten Bamberg mit fest eingebauter Heizung wird wie ein Zimmer gerechnet. Ein Heizlüfter aus der Steckdose macht einen Kaltwintergarten dagegen nicht ohne Weiteres zum beheizbaren Raum.
Merksatz: Die WoFlV fragt, ob ein Raum beheizt werden kann – nicht, ob er beheizt wird.
Lichte Höhe und Dachschräge beim beheizbaren Wintergarten
Viele Wintergärten haben ein Pultdach: hoch an der Hauswand, niedriger an der Gartenseite. Beim beheizbaren Glasraum wird die Fläche deshalb in Streifen geteilt. Der Teil mit mindestens zwei Metern lichter Höhe zählt voll, der Teil zwischen einem und zwei Metern zur Hälfte, Bereiche unter einem Meter gar nicht.
Unsere Technikgrundlage geht davon aus, dass Wohnwintergärten diese Höhe praktisch immer erreichen. Bei flachen Dächern oder einem Anschluss unter einem Balkon lohnt es sich aber, die Höhe an der niedrigsten Stelle zu prüfen. Beim unbeheizbaren Glasraum spielt die Höhe keine Rolle – er zählt nach Nr. 3 insgesamt zur Hälfte.
Richtig messen nach § 3 WoFlV
Bevor angerechnet wird, muss die Grundfläche feststehen. § 3 WoFlV nennt dafür klare Regeln:
- Gemessen wird zwischen den Bauteilen, ab der Vorderkante ihrer Bekleidung.
- Fest eingebaute Gegenstände wie Heizgeräte und freiliegende Installationen werden mitgezählt.
- Türnischen und bestimmte Fensternischen bleiben außer Betracht.
- Gemessen wird im fertigen Raum oder anhand einer Bauzeichnung für ein bauordnungsrechtliches Verfahren.
Wann die Bauzeichnung nicht mehr reicht
Wurde die Fläche aus einer Bauzeichnung ermittelt und später anders gebaut, verlangt § 3 Abs. 4 WoFlV ein Aufmaß im fertigen Raum. Für den Wintergarten heißt das: Ändert sich während der Ausführung etwas an den Maßen, gilt die tatsächliche Fläche.
Wie groß soll Ihr Glasraum werden?
Maße und Ausführung im Konfigurator wählen – mit dem Richtpreis haben Sie eine erste Planungsgrundlage.
Was nicht zur Grundfläche zählt
§ 3 Abs. 3 WoFlV nennt Flächen, die beim Messen außer Betracht bleiben. Für den Wintergarten sind vor allem zwei Punkte relevant: frei stehende Pfeiler und Säulen, wenn sie höher als 1,50 Meter sind und ihre Grundfläche mehr als 0,1 Quadratmeter beträgt, sowie Treppen mit über drei Steigungen samt Treppenabsätzen. Schlanke Pfosten eines Glasraums fallen meist nicht unter diese Grenze; ein massiver Pfeiler kann es dagegen.
Liegt der Wintergarten einige Stufen tiefer als das Wohnzimmer, gehört eine kurze Treppe mit höchstens drei Steigungen zur Grundfläche, eine längere nicht. Auch solche Details beeinflussen die Rechnung. Wir halten sie deshalb schon in den Plänen fest, damit die spätere Berechnung ohne erneutes Nachmessen gelingt.
Drei Beispiele für Wintergärten in Bamberg
Die folgenden Rechnungen zeigen die Logik der Verordnung. Die Flächen sind Beispiele, keine Planungen.
| Beispiel | Grundfläche | Regel | Angerechnet |
|---|---|---|---|
| Kaltwintergarten ohne Heizung | 12 m² | § 4 Nr. 3 | 6 m² |
| Wohnwintergarten, überall ≥ 2 m hoch | 20 m² | § 4 Nr. 1 | 20 m² |
| Wohnwintergarten, 16 m² ≥ 2 m und 4 m² zwischen 1 und 2 m | 20 m² | § 4 Nr. 1 und 2 | 18 m² |
Von der Terrasse zum Glasraum: was sich ändert
Viele Wintergärten entstehen auf einer bestehenden Terrasse. Als offene Terrasse wird die Fläche nach § 4 Nr. 4 in der Regel zu einem Viertel angerechnet, höchstens zur Hälfte. Wird daraus ein unbeheizbarer Glasraum, gilt die Hälfte; wird ein beheizbarer Wohnwintergarten daraus, je nach Höhe bis zur vollen Fläche.
Der Umbau kann die rechnerische Wohnfläche also spürbar verändern. Ob das für Sie eine Rolle spielt, hängt davon ab, wofür die Fläche später berechnet wird.
Wohnfläche schon bei der Planung mitdenken
Wer weiß, dass die Wohnfläche später eine Rolle spielt, kann das bei der Planung berücksichtigen. Drei Entscheidungen beeinflussen die rechnerische Fläche besonders:
- Heizung: Mit fester Wärmequelle gilt der Raum als beheizbar und wird wie ein Zimmer gerechnet.
- Raumhöhe: Ein steileres Dach oder ein höherer Anschluss sorgt dafür, dass mehr Fläche über zwei Metern liegt.
- Abgrenzung: Nach § 2 Abs. 2 WoFlV zählt der Glasraum nur, wenn er ausschließlich zur Wohnung gehört.
Wichtig ist dabei die Reihenfolge: Erst steht die Nutzung, dann die Fläche. Ein Wintergarten, der nur wegen der Wohnfläche beheizbar geplant wird, aber kaum genutzt wird, bringt wenig. Umgekehrt lohnt es sich, bei einem ohnehin geplanten Wohnwintergarten auf ausreichende Höhe zu achten.
Mehrfamilienhaus und Eigentumswohnung
In Wohnungseigentumsanlagen gehört ein Wintergarten auf der Terrasse oder am Balkon zur Wohnung, wenn er ausschließlich von ihr aus genutzt wird. Für den Bau selbst braucht es in der Regel die Zustimmung der Eigentümergemeinschaft – ein Punkt, den wir vor der Planung mit Ihnen klären.
Wann die Wohnflächenverordnung greift
Laut § 1 Abs. 1 WoFlV ist die Verordnung anzuwenden, sobald eine Berechnung auf dem Wohnraumförderungsgesetz beruht. In anderen Zusammenhängen – etwa in einem Miet- oder Kaufvertrag – kommt es darauf an, welche Berechnung vereinbart ist. Die WoFlV wird dort oft herangezogen, ist aber nicht in jedem Fall zwingend.
Wer eine verbindliche Aussage für einen konkreten Vertrag braucht, sollte das im Einzelfall klären. Wir messen und dokumentieren den Glasraum so, dass die Werte später nachvollziehbar sind.
Bauordnungsrecht und Wohnfläche in Bamberg
Nach § 2 Abs. 3 Nr. 2 WoFlV zählen Räume nicht mit, deren Nutzung den bauordnungsrechtlichen Vorgaben des jeweiligen Landes widerspricht. Für Bamberg ist das die Bayerische Bauordnung. Dort gilt: Ob mit Heizung oder als unbeheizter Kaltwintergarten: Wer in Bayern einen Wintergarten errichtet, stellt dafür einen Bauantrag. Ohne Verfahren erlaubt Art. 57 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. g BayBO in der seit 01.05.2026 gültigen Fassung nur Terrassenüberdachungen mit einer Fläche von höchstens 30 m². Die oft genannte Bedingung, dass dabei mindestens zwei Seiten offen bleiben müssen, ist eine verbreitete Auslegung und kein Gesetzeswortlaut – wird die Überdachung ringsum verglast, entsteht baurechtlich ein Wintergarten. (Quelle: gesetze-bayern.de (Art. 57 BayBO))
Wir planen jeden Glasraum mit Bauantrag und Statik und reichen die Unterlagen beim Bauordnungsamt oder beim Landratsamt ein. Mehr dazu im Ratgeber Baugenehmigung. Was die beiden Ausführungen kosten, zeigt der Ratgeber Kosten; welche zu Ihrer Nutzung passt, klärt der Vergleich Kaltwintergarten oder Wohnwintergarten?
Häufige Fragen zur Wohnfläche von Wintergärten in Bamberg
Zählt ein Wintergarten zur Wohnfläche?
Ja, nach der Wohnflächenverordnung gehört ein Wintergarten grundsätzlich dazu – die Frage ist nur, mit welchem Anteil. Ein unbeheizbarer Glasraum wird nach § 4 Nr. 3 WoFlV zur Hälfte angerechnet. Ein beheizbarer Wohnwintergarten zählt wie jeder andere Raum: Flächen ab zwei Metern lichter Höhe vollständig, niedrigere Bereiche ab einem Meter zur Hälfte.
Was bedeutet unbeheizbar beim Wintergarten?
Die Verordnung spricht ausdrücklich von unbeheizbaren Wintergärten. Entscheidend ist also, ob der Raum beheizt werden kann, nicht ob Sie die Heizung tatsächlich einschalten. Ein Glasraum mit fest installierter Heizung gilt in der Regel als beheizbar. Ein Kaltwintergarten ohne eigene Wärmequelle fällt dagegen unter die Hälfte-Regel des § 4 Nr. 3.
Wie wird die Fläche eines Wintergartens gemessen?
Maßgeblich ist nach § 3 WoFlV der lichte Abstand zwischen den Bauteilen, und zwar von der Vorderkante ihrer Bekleidung aus. Fest eingebaute Gegenstände wie Heizgeräte werden mitgerechnet, Türnischen dagegen nicht. Gemessen wird im fertigen Raum oder anhand einer Bauzeichnung, die für ein bauordnungsrechtliches Verfahren erstellt wurde. Weicht der Bau davon ab, gilt das Aufmaß vor Ort.
Gilt die Wohnflächenverordnung für jeden Wintergarten in Bamberg?
Zwingend ist sie bei Flächenberechnungen im Rahmen des Wohnraumförderungsgesetzes. In anderen Fällen kommt es darauf an, welche Methode vereinbart ist – etwa in einem Miet- oder Kaufvertrag. Häufig wird die WoFlV dort zugrunde gelegt, zwingend ist das aber nicht. Prüfen Sie deshalb im Einzelfall, welche Berechnung für Ihren Zweck maßgeblich ist.
Glasraum planen – mit sauberen Maßen
Wir planen Ihren Wintergarten mit Bauantrag und dokumentieren die Fläche nachvollziehbar. Wir melden uns innerhalb von 24 Stunden.
Oder direkt anrufen: 0176 42271503